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“Die Waldgräfin” – Das Grauen Einer Jeden Leserin

By Franziska @bloodystrangerx

“Die Waldgräfin” – Das Grauen einer jeden Leserin

Ich fasse es immer noch nicht, dass ich diese knapp 600 Seiten tatsächlich fertig gelesen habe. Aber ich hatte einfach nicht aufgeben wollen, dieses verflixte Buch sollte mich nicht kleinkriegen. Aber erstmal langsam, ich gebe euch erstmal einen Überblick.

Klappentext
“Die Waldgräfin” – Das Grauen einer jeden LeserinDer faszinierende Debütroman einer jungen deutschen Autorin!

"Die Chronisten schreiben das Jahr 1066. Alienor, die eigenwillige Tochter des Freigrafen zu Sassenberg in der Eifel, hadert mit ihrem Schicksal als Burgherrin. Eines Tages findet sie sich unversehens am Sterbelager eines versklavten Edelmannes wieder, dessen Leben nun allein in ihrer Hand liegt. Da ergreift sie die Chance, nicht nur ihn, sondern auch sich selbst aus der Abhängigkeit zu befreien."

Das fesselnde und überzeugende Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die unerschrocken allen Idealen ihrer Zeit trotzt.
Dieser Satz war der Grund, dass ich dieses Buch eingepackt habe (und natürlich die Empfehlung meiner Bibliothekarin)

Vornab: Ich habe schon unzählige historischen Romane und Reihen verschlungen, gerade das Mittelalter und die Renaissance (obwohl Ersteres nicht gerade meine Lieblingszeit ist), deswegen kann ich gut einschätzen, wie viel Spielraum den damaligen Frauen geboten wurde. Keiner. Das alles habe ich versucht mir während dem Buch vor Augen zu halten.
Kann trotzdem nichts daran ändern, dass die Hauptperson eine einzige Lachnummer ist.

Wie der Klappentext tatsächlich lauten sollte

“Die Waldgräfin” – Das Grauen einer jeden Leserin
"Alienor hat eine eher schwere Kindheit, einen cholerischen Vater, der bei ihr einen Vaterkomplex auslöst und eine schwerkranke kleine Schwester, die das Einzige bleibt, was dem Leser das Herz rührt.
Dann kommt der Nordmann, den ihr Vater ihr als Sklave schenkt. Hans, wie sie ihn nennt, und Alienor zicken sich immer an. Hans ist böse, denn er wurde gefoltert und versklavt und ist auch noch von fundamentalistischen Christen bzw. den normalen Christen im Mittelalter umgeben, was ihm schwer zusetzt. Hans alias Erik ist nämlich der einzig klar denkende Mensch, obwohl er Odin verehrt und ein "Heide" ist.
Während Alienor in Selbstmitleid und Gottes-Obsession versinkt, kann man dem Leser versichern, dass er einen Tobsuchtanfall nach dem nächsten haben wird. Diese "außergewöhnliche Frau" kann nichts anderes als zu zeigen, dass Dummheit dann wehtut. Zumindest dem Leser, ihr selbst leider nicht.
Eigentlich sollte das Buch aus der Sicht Eriks geschrieben werden. Denn dann würde man verstehen, warum in Teufels Namen er sich in das strunzdummeMädchen verliebt hat."

Alle, die das Buch lesen möchten, sollten jetzt "weglesen", denn ich liste mal auf, was diese ach so tolle "Alienor" alles robbt.

1. Man kann aus dem Buch ein Trinkspiel machen. Bei jedem Satz mit Gott und ihrer Obsession ... und man ist nach 50 Seiten bewusstlos. Ich bin Agnostiker, aber ich habe schon so viele historische Romane gelesen, ohne, dass auch nur etwas ansatzweise an dieses fanatische Glauben hineingereicht hat. Das ist nicht mehr normal!

2. Sie will dem Mann, den sie liebt nicht die Freiheit schenken. Weil sie nur heult.

3. Als er geht weggeht, wird sie depressiv, quält sich besser als der Mönch in "Der DaVinci-Code". Sie ist eine 17-jährige, die sich aufführt als wäre sie 13.

4. Sie bemerkt, dass sie schwanger ist, will das Kind behalten und BLEIBT WEITER MAGERSÜCHTIG. Ja, genau, so bringt man auch ein gesundes Kind zur Welt. Ganz natürlich, das sind die Gedanken einer Mutter.

5. Jedes Mal, wenn Erik vernünftig über den Glauben nachdenkt und die Gedanken äußert, kommt ein "Aber Pater hat gesagt..." oder "Wie kannst du sowas sagen?!" ... Sie hat eine Reliquie im Kopf, wo ein Hirn sein müsste.

6. Sie verliebt sich in ihn und dann schlafen sie miteinander und dann stellt sie das als Vergewaltigungszene dar?!

7. Bis zum Ende bleibt sie strunzdoof, hält sich an keine Anweisungen, jammert und leidet und kriegt es nicht gebacken, ihm zumindest zu sagen, dass sie schwanger ist.

Ich bin so verwundert, wie dieses Buch vier und fünf Sterne in den Rezensionen auf amazon erhalten konnte. Keine Ahnung, ob diese Leser auf schwache, jämmerliche Frauen stehen, die im Grunde nichts macht, außer irgendwann von ihrem furchtbaren Zuhause wegzugehen, weil der Mann einfach die besseren Argumente hat.

Bitte. Lest es nicht. Erspart euch die Höllenqualen. Ich bin noch immer so wütend darüber, wie man einen Hauptcharakter dermaßen dämlich anlegen kann und es als "außergewöhnliche Frau" gepriesen wird. So viele Bücher wurden über tatsächlich außergewöhnliche Frauen geschrieben, fiktiv oder real, aber noch nie in meinem ganzen bisherigem (sehr kurzen) Leben, habe ich einen derartig schlechten Roman gelesen. Ich glaube sogar, das ist der erste Band einer Reihe.

Gott bewahre, würde Alienor sagen.

“Die Waldgräfin” – Das Grauen einer jeden Leserin

0/5 ★


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